Bremen

Digitale Medien im Handwerksbetrieb

Die digitale Welt verändert nicht nur unseren Alltag, sondern auch das Lernen in besonderem Maße, so auch die berufliche Ausbildung. „Auch in Bauberufen wird der Einsatz digitaler Medien in Zukunft eine größere Rolle spielen“, erläutert Werner Müller vom Institut Technik und Bildung in Bremen. So können Arbeitsprozesse  mit digitalen Tools effizienter organisiert und fachspezifische Informationen auch über das eigene Gewerk hinaus schnell und einfach gefunden, aber auch selbst erstellt und verbreitet werden. Zudem bieten digitale Medien im Bereich des Marketings viele Vorteile: Sie vereinfachen zum Beispiel die Außendarstellung eines Betriebs und können sein Angebot und seine Dienstleistungen umfassend und fortwährend aktuell abbilden.

Hier setzt das Konzept von „HAKS – HandwerksAusbildung für Klimaschutz“ an. Innerhalb des Projekts wird anhand von praktischen Beispielen aufgezeigt, wie digitale Medien im Bauhandwerk eingesetzt werden können. Zentrale Anwendungsbereiche sind dabei das Lernen und Arbeiten. Und das aus gutem Grund: Die meisten Menschen und insbesondere Jugendliche nutzen Soft- und Hardware im Alltag. Teilweise können dieselben Medien auch in der Arbeitswelt genutzt werden und zu einem sinnvollen Methoden-Mix in der Ausbildung beitragen. Besonders jüngere Auszubildende lassen sich durch digitales Lernen gut motivieren. Sie können Erfahrungen austauschen, eigene Inhalte erstellen und so ihre Tätigkeiten sowohl für den eigenen Betrieb wie auch für die Berufsschule dokumentieren.

Doch sind digitale Lernmedien noch nicht vollständig im Ausbildungssystem angekommen – die Verwendung herkömmlicher didaktischer und methodischer Konzepte hat weiterhin Vorrang. Außerdem fehlen Orientierungshilfen, um die vielfältigen Möglichkeiten des digitalen Lernens kennenzulernen und zu erproben, heißt es in einer Studie der Bertelsmann Stiftung zum Thema Digitale Bildung. „Da wir von der Bedeutung digitaler Informations- und Lernangebote überzeugt sind“, so Müller weiter, ,,setzen wir diese in HAKS gezielt ein, um Brücken zu bauen zwischen Praxis und Theorie, Ausbildung und Weiterbildung, Berufsschulen, Betrieben und Überbetrieblichen Ausbildungsstätten“.